Die Entstehungsgeschichte von Foodlovers Südtirol
- 17. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wenn uns jemand fragt, wie Foodlovers Südtirol entstanden ist, müssen wir immer ein bisschen schmunzeln. Denn ehrlich gesagt hatten wir nie den Plan, ein Unternehmen zu gründen. Es ist einfach passiert, Schritt für Schritt.
Hinter Foodlovers Südtirol stecken wir zwei Schwestern aus dem Passeiertal: Barbara und Lorena. Uns trennen zehn Jahre, aber trotzdem haben wir irgendwann gemerkt, dass wir dieselbe Leidenschaft teilen: gutes Essen und das Kochen.
Das Lustige ist, dass viele denken, eine von uns hätte die andere zur veganen Ernährung gebracht. Ganz so war es aber nicht. Natürlich haben wir uns gegenseitig inspiriert, aber jede von uns hatte ihren eigenen Weg.
Barbara hat mit 18 Jahren gesundheitliche Probleme bekommen. Ein Arzt hat ihr damals empfohlen, ihre Ernährung umzustellen. Angefangen hat alles damit, dass sie Zucker komplett weggelassen und auf Milchprodukte verzichtet hat. Mit der Zeit kamen dann auch Fleisch und die restlichen tierischen Produkte dazu. Irgendwann war sie komplett bei der pflanzlichen Ernährung angekommen. Heute lebt sie seit einigen Jahren vegan, hat zwei vegane Schwangerschaften erlebt und fühlt sich damit rundum wohl.
Bei Lorena war der Grund ein ganz anderer. Sie hat schon als Kind aufgehört, Fleisch zu essen. Für sie war Fleisch nie einfach nur ein Lebensmittel, sondern immer ein Tier. Je älter sie wurde, desto mehr hat sie sich auch mit der Milch und Eierproduktion beschäftigt. Irgendwann war klar: Auch diese Produktion stimmt nicht mit ihren Werten überein. So wurde aus einer vegetarischen Lebensweise schließlich eine vegane.
So waren wir irgendwann beide vegan, ohne dass die eine die andere wirklich mitgezogen hätte.
Was wir aber schon immer gemeinsam hatten, war die Freude am Kochen. Wir haben ständig zusammen gekocht, neue Rezepte ausprobiert und unsere Familie bekocht.
Eines Abends saßen wir auf dem Balkon und haben herumgeblödelt. Irgendwann fiel der Satz: “Stell dir vor, wir hätten irgendwann mal ein Catering.”
Damals war das einfach nur ein Witz. Für uns beide war das völlig unrealistisch.
Trotzdem haben wir irgendwann angefangen, kleine Kochabende für unsere Familie zu organisieren. Natürlich waren nicht alle sofort begeistert. Gerade am Anfang gab es auch einige kritische Stimmen. Aber spätestens beim Essen waren viele überrascht, wie abwechslungsreich und lecker pflanzliche Küche sein kann.
Mit der Zeit wurden aus den Familienabenden immer mehr kleine Veranstaltungen. Irgendwann haben wir uns gedacht: Warum laden wir nicht einfach auch andere Leute ein?
Unser erstes Event war ein öffentlicher Aperitivo Abend im Garten unseres Papas. Neun Menschen sind gekommen. Für uns war das damals riesig.
Danach haben wir einfach weitergemacht. Es gab einen zweiten Aperitivo Abend, wir haben angefangen, unsere Gerichte auf Instagram zu zeigen und kurze Zeit später kam tatsächlich unsere erste unerwartete Catering Anfrage.
Im selben Jahr haben wir auch unseren ersten Weihnachtsbrunch organisiert. Dass am Ende rund 40 Personen dabei waren, hätten wir nie erwartet. Wir waren überwältigt und gleichzeitig unglaublich dankbar.
Wenn wir heute zurückdenken, müssen wir oft lachen. Wir sind eigentlich einfach in dieses kleine Business hineingeschlittert. Es gab keinen Businessplan und keine große Strategie. Unsere E-Mail Adresse haben wir tatsächlich erst seit einem halben Jahr.
Unterwegs haben wir unglaublich viel gelernt, viele Fehler gemacht und uns genau dadurch weiterentwickelt. Jeder Fehler war ein wichtiges Learning und hat uns dabei geholfen, Foodlovers Südtirol Stück für Stück aufzubauen. Unser Weg wird dabei immer klarer.
Heute dürfen wir Caterings organisieren, Kochkurse geben und im September steht sogar unser erstes Retreat im Ausland an, in Litauen. Darauf freuen wir uns ganz besonders.
Dabei geht es uns nicht nur darum, pflanzlich zu kochen. Uns ist wichtig, mit hochwertigen Zutaten zu arbeiten, nachhaltig zu denken und zu zeigen, dass gutes Essen Menschen zusammenbringt, ganz egal, ob sie vegan leben oder nicht.
Wir freuen uns auf alles, was noch kommt. Auf neue Caterings, neue Kochkurse, viele Begegnungen und alles, was dieses kleine Herzensprojekt noch für uns bereithält.
Und wenn wir eines aus den letzten Jahren gelernt haben, dann das:
Manchmal entstehen die schönsten Dinge genau dann, wenn man sie eigentlich gar nicht geplant hat. :)
Hier darunter findet ihr noch ein paar Bilder von den besagten Familien-Kochabenden, als wir noch blutige Anfängerinnen waren. ;)
